Wer zum Weltfrauentag 2025 am 8. März über die Frauen in der katholischen Kirche nachdenkt oder nachliest, stellt fest: Es hat sich (fast) nichts geändert. Wir drehen uns seit 60 Jahren im Kreis.

Auf den Punkt gebracht hat dies ausgerechnet ein Ratzinger-Schüler, der Regensburger Theologe Wolfgang Beinert. Er sieht keinen hinreichenden theologischen Grund gegen eine Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche. Auch das oft zitierte Papstschreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ Johannes Pauls II. von 1994 habe nur die Geltungskraft einer Mitteilung, sagte Beinert („Rheinischen Post“, 23.1.2024).

Maria als Priesterin, Mosaik in der Altarapsis, Sophien-Kathedrale, Kiew

Alle Argumente darin seien, „um es vorsichtig zu sagen, schwach und stehen auf sehr tönernen Füßen“. Von der großen Mehrzahl ernstzunehmender Theologen würden sie darum auch nicht akzeptiert, sagte Beinert. Der einzige Grund für die Verweigerung einer Priesterinnenweihe sei die Tradition. Tradition sei aber nicht gottgegeben, sondern von Menschen gemacht.

Aber Menschen können irren. So ergibt sich leicht eine Tradition im Irrtum. „Entweder die Kirche bleibt dort, wo sie jetzt ist (im Irrtum); dann wird sie zumindest auf der nördlichen Halbkugel zu einer großen Sekte verkümmern. Oder sie geht den Weg der Reformen; dann kann ihre wunderbare Botschaft wieder aufblühen.“

Was aber tun, wenn Argumente allein nicht helfen? Es bleibt dann nur das Mittel des Ungehorsams und der Selbstermächtigung. Getreu dem Wort „Ungehorsam ist die erste Christenpflicht“. Oder biblisch ausgedrückt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Das kann man mit gutem Gewissen tun.

Frauenweihe.Jetzt. unterstützt den weltweiten Frauenstreik des Catholic Womens Council (CWC). Zusammen mit Maria 2.0 und Wir sind Kirche Deutschland findet dazu am Sonntag 30.3.2025 um 11.00h in Köln vor dem Hauptbahnhof am Dom ein interreligiöses Gebet statt. Dazu laden wir herzlich ein!

Auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Hauptbahnhof setzen wir ein Zeichen! Frauen aus der kath. Kirche, aber auch Frauen weltweit, werden von Ihren Entwürdigungen und Ermächtigungen berichten, wir werden im stillen Gedenken an die Opfer erinnern. Wir werden Brot miteinander teilen und uns mit dem Brot, das wir schmieren, stärken und ermutigen, nicht zu schweigen, sondern weiter zu fordern und zu handeln.

Wir laden nicht nur Frauen aus der kath. Kirche ein, sondern Frauen aller Religionen. Unserer Überzeugung nach hat die Ausgrenzung von Frauen durch die kath. Kirche auch Konsequenzen auf den Unfrieden in der Welt.

Würde die kath. Kirche den Frauen vollkommene Gleichberechtigung gewähren, hätte dies weltweit spürbare Konsequenzen, die auch zum Frieden in der Welt beitragen würden.

Solidarisieren sie sich mit uns, kommen sie am Sonntag, 30.3.2025, anstatt in die Hl. Messe zu gehen, zum Frauenstreik auf den Bahnhofsvorplatz in Köln.