Eine neue vatikanische Studie zur „Frauenfrage“ bezeichnet diese als „dringlich“ für die katholische Kirche. Papst Franziskus hatte es während der Weltsynode 2023 – trotz vieler Proteste – abgelehnt, diese Frage dort vertieft zu thematisieren. Stattdessen beauftragte er eine Studiengruppe, die Rolle von Frauen in der Kirche zu untersuchen.

Jetzt hat die „Studiengruppe Nr. 5“ geliefert und u.a. festgestellt, dass sich „eine wachsende Zahl von Frauen in unterschiedlichen Teilen der Welt im Haus des Herrn nicht mehr wohl fühlt – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen“. Ausserdem sei die „Frauenfrage“ ein echtes Zeichen der Zeit.

Rosa Parks Ungehorsam gegen Diskriminierung 1.12.1955, Montgomery/USA
Die „Frauenfrage“ als Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit sind für die Kirche theologisch relevante gesellschaftliche Befunde. In ihnen manifestiert sich der heilige Geist, man könnte sie als göttliche Botschaften betrachten. Abzugrenzen sind sie – was im einzelnen schwer sein kann – vom Zeitgeist, der als modische Strömung keiner Beachtung bedarf.

Der Begriff Zeichen der Zeit geht zurück auf Papst Johannes XXIII., der ihn in 2 Texten verwendete, in seiner Bulle Humanae salutis von 1961, mit der er das 2. Vatikanische Konzil einberufen hatte, und während des Konzils in seiner Enzyklika Pacem in terrisDabei griff der Papst auf das Matthäusevangelium (16,3) zurück, in dem die Rede ist von den „semeia toon kairoon“ (σημεῖα τῶν καιρῶν), den „Zeichen der Zeit“ (lat.: signa temporum). Der heilige Johannes verstand darunter Hauptfakten, die eine bestimmte Epoche in der Geschichte kennzeichnen.

Bringt die Studie etwas Neues?

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass bereits vor 60 Jahren Mahnungen laut wurden, die Frauen würden die Kirche verlassen. Die Theologin Josefa Theresia Münch wandte sich vor der letzten Sitzungsperiode des 2. Vatikanischen Konzils im Juli 1965 an die teilnehmenden deutschsprachigen Bischöfe:

Bitte, nehmen Sie die Frauen ernst und für volle Glieder der Kirche, solange es noch Zeit ist, solange sie noch am Gottesdienst teilnehmen! Wenn die Frauen erst einmal die Konsequenz daraus gezogen haben, dass sie in der Kirche dauernd negiert werden, ist es zu spät.

Auch hat die Kirche nicht erst jetzt, sondern bereits vor 60 Jahren die Geschlechterfrage als Zeichen der Zeit erkannt. Für Papst Johannes XXIII. war 1963 seine Gegenwart durch 3 Zeichen der Zeit gekennzeichnet, unter anderem durch

die allgemein bekannte Tatsache, daß die Frau am öffentlichen Leben teilnimmt, was vielleicht rascher geschieht bei den christlichen Völkern und langsamer, aber in aller Breite, bei den Völkern, welche als Erben anderer Überlieferungen auch andere Lebensformen und Sitten haben. Die Frau, die sich ihrer Menschenwürde heutzutage immer mehr bewußt wird, ist weit davon entfernt, sich als seelenlose Sache oder als bloßes Werkzeug einschätzen zu lassen; sie nimmt vielmehr sowohl im häuslichen Leben wie im Staat jene Rechte und Pflichten in Anspruch, die der Würde der menschlichen Person entsprechen(Pacem in terris Nr. 22).

Mit der Feststellung der „Teilnahme der Frau am öffentlichen Leben“ wurde kirchlicherseits schon zu Zeiten des 2. Vatikanums die Frauenbewegung gewürdigt und die kirchliche Forderung nach Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Berufungen im gesellschaftlichen Leben abgeleitet. Der Ausschluss der Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche wird heute zunehmend als jahrzehntelange Nichtachtung dieses göttlichen Zeichens kritisiert.

Fazit: Weder die Austritts(m)ahnung ist neu, noch die theologische Aufwertung als Zeichen der Zeit: Wir drehen uns seit 60 Jahren im Kreis . Rom bietet alten Wein in neuen Schläuchen und täuscht damit viele über seine immer noch fundamentale Weigerung zur Umkehr.

Gibt es dennoch Hoffnung?

Bemerkenswert sind allerdings einige Feinheiten. So wird ausdrücklich anerkannt, was bisher immer in Rom bestritten wurde: Die Unzufriedenheit der Frauen ist keine regionale kirchliche Erscheinung, etwa nur in Deutschland oder in Europa. Sie ist von globaler, von weltkirchlicher Bedeutung.

Damit drohen nicht nur vereinzelte, regional begrenzte Frauen-Austritte. Die Zukunft der Kirche ist insgesamt gefährdet. Zu Recht hat dies in aller Deutlichkeit der Erzbischof von Lüttich, Kardinal Hollerich, kürzlich in Bonn angemahnt: „Ich kann mir auf Dauer nicht vorstellen, wie eine Kirche bestehen kann, wenn die Hälfte des Volkes Gottes leidet, weil sie keinen Zugang zum geweihten Dienst hat“. 60 Jahre nach Pacem in terris ist diese Erkenntnis jetzt auch im Kardinalskollegium angekommen, jedenfalls bei den ersten Kardinälen.

Gratulation an den heiligen Geist, der hier Schwerstarbeit verrichtet haben muss. Sein mühevolles Wirken gibt Grund zur Hoffnung, wenigstens ein klein wenig. Dies ist in Zeiten, in denen restaurative Tendenzen – auch in der Kirche – einen Rollback befürchten lassen, schon Anlass zur Freude.

Aber reicht das?

Zurücklehnen reicht aber weiterhin nicht. Diese kleinen (Erkenntnis-) Fortschritte wurden mühsam erkämpft. Auch weitere Fortschritte werden nur erreicht werden können, wenn der Druck auf die Kirche aufrecht erhalten wird und der Kampf gegen ihre Frauendiskriminierung und Menschenrechtsverletzungen andauert. Denn darum handelt es sich, nicht um eine Frage formaler Strukturen, sondern materieller Gerechtigkeit. Die Debatte darüber ist daher die um eine genuin jesuanische Frage, nicht um die kirchliche Verfasstheit.

Dazu bedarf es angesichts obstinater römischer Verweigerung auch des Ungehorsams und der Selbstermächtigung. Natürlich, man kann lange zweifeln, ob die offene Missachtung des kirchlichen Rechts der richtige Weg ist, selbst wenn sie – nach Papst Benedikt – kein Dogmenverstoss ist. Jede wird ihre Zweifel anders beantworten. Am Ende ist es eine Frage des persönlichen Gewissens. Aber auch des Mutes und – das soll nicht verschwiegen werden – in vielen Fällen auch der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von der Kirche.

Meine Antwort ist klar – gerade eingedenk der kirchlichen Unbeweglichkeit, die zunehmend unter Verdacht gerät, dass kleine Zugeständnisse nur den Protest brechen und damit den Kern der Ungerechtigkeit schützen sollen: Mögen sich Frauen das holen, was ihnen zusteht, gewaltfrei. So wie sich Rosa Parks gegen die Rassendiskriminierung auf die verbotenen Sitze im Bus setzte, stellen sie sich hinter den Altar. Die Donau Sieben haben 2002 damit begonnen; über 300 Frauen sind gefolgt – als Priesterinnen und Bischöfinnen. Sie sind die Rosa Parks der katholischen Kirche.

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31.3.2026: Überarbeitung v.a. des letzten Abschnitts mit Einfügen der Gewissensentscheidung

PETITION

Am 9.11.2025 werden in den 5 katholischen Bistümern in NRW die Kirchenvorstände in den Pfarrgemeinden neu gewählt. Die Wahlen finden erstmals auf einer neuen, rein kirchenrechtlichen Grundlage statt: Am 1.11. 2024 ist in den Bistümern jeweils das weitgehend einheitliche Kirchliche Vermögensverwaltungsgesetz (KVVG) in Kraft getreten – mit einer altersdiskriminierenden Regelung.

Zeitgleich wurde das preußische Vermögensverwaltungsgesetz (VVG) von 1924 nach 100 Jahren außer Kraft gesetzt. Es sah einen diskriminierungsfreien Zugang von Frauen (damals gegen den Willen der Preußischen Bischofskonferenz!) und älteren Menschen zum Kirchenvorstand vor. Das ist Vergangenheit: Erstmals werden bei den Kirchenvorstandswahlen 2025 Menschen mit 75 Jahren von der Wählbarkeit ausgeschlossen – eine klare Altersdiskriminierung. Dagegen wendet sich diese

PETITION

Schon im Gesetzgebungsverfahren haben viele Kirchengemeinden gegenüber den Generalvikariaten u.a. gefordert, die vorgesehene Altersgrenze für Kirchenvorstandsmitglieder zu streichen. Im Erzbistum Köln hat dies auch der Diözesanrat gefordert, die oberste Vertretung der Kirchenmitglieder. Der Katholikenaussschuss in Köln unterstützte die Petition gegen die Altersgrenze im Kirchenvorstand. Die verschiedenen Proteste führten zwar zu einer Verzögerung im Landtag NRW, haben aber nicht geholfen: Die neue Altersgrenze wurde in den Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn eingeführt. Auch wenn sie völlig ungewöhnlich für Wahlämter ist und weder in Gemeinde- und Stadträten noch bei den Wahlen zum Landtag oder zum Bundestag vorgesehen ist. Und: das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich noch eine ähnliche Altersgrenze für Notare für verfassungswidrig erklärt.

Gerade in heutigen Zeiten ist die neue Altersgrenze misslich, da die Kirchenvorstände bei den vorgesehehenen Gemeindefusionen besonders gefordert sind. Und wenn dann noch von 10 Mitgliedern des Kirchenvorstandes 3 erfahrene Mitglieder altersbedingt ausgeschlossen werden – wie dies in einzelnen Gemeinden vorkommt -, belastet dies den Kirchenvorstand nochmals und bringt seine Ehrenamtler an ihre Belastungsgrenze. Dagegen richtet sich diese

PETITION

Als am 29.6.2002 erstmals Frauen zu katholischen Priesterinnen geweiht wurden – die Donau Sieben -, erforderte dies das unbotmässige Handeln männlicher Bischöfe. Einer von ihnen war Bischof Rafael Ferdinand Regelsberger. Er ist jetzt im Alter von 91 Jahren nach einem Verkehrsunfall am 1.10.2025 verstorben. In grosser Bescheidenheit liess er sich zum Bischof weihen, um das Frauenpriestertum in der katholischen Kirche zu ermöglichen. Dafür nahm er die Exkommunikation in Kauf.

Regelsberger am 29.6.2002 bei der Weihe der Donau Sieben (links mit weisser Mitra)
Die geheime Weihe

Hell und warm schien die Sonne aus wolkenlosem Blau, als in aller Heimlichkeit am 9. 5.2002 in einem oberösterreichischen Ort eine unerlaubte Bischofsweihe stattfand. In einer privaten Kapelle weihte der weitgehend unbekannte, Spanisch sprechende Bischof Antonio Braschi den früheren Benediktinerpater Raphael aus dem nahen Kloster Kremsmünster, seit 1977 laisierter Ferdinand Regelsberger, zum Bischof. Der Vatikan war eingeweiht, aber letztlich machtlos: Noch in der Nacht desselben Tages hatte der zuständige Bischof von Linz, Maximilian Aichern, die Nuntiatur in Wien benachrichtigt.

Zweck der geheimen Bischofsweihe war es, die für den 29.6.2002 an einem bis zuletzt geheim gehaltenen Ort geplante Weihe mehrerer Frauen zu katholischen Priesterinnen durch einen weiteren, dazu bereiten Bischof abzusichern. So geschah es dann auch: Braschi und Regelsberger konzelebrierten bei der Priesterweihe der 7 Frauen auf dem Passagierschiff MS Passau auf der Donau. Der dritte vorgesehene Bischof, dessen Name bis heute nicht bekannt ist, war nicht zur Weihe erschienen. Der Zweck der Bischofsweihe beunruhigte den Vatikan zutiefst; er versuchte, im Vorfeld näheres über die geplante Frauenweihe zu erfahren, insbesondere auch den vorgesehenen Ort, um ggfs. (gerichtlich?) dagegen vorgehen zu können. Die erfolgreiche Geheimhaltung der Weihe-Vorbereitungen hat dies verhindern können. So wurde dieses Ereignis zur Presse-Sensation.

Das Bekanntwerden der Bischofsweihe Regelsbergers hatte zu erheblicher Unruhe im Bistum Linz geführt, die bis in den Vatikan ausstrahlte. Die weltliche und kirchliche Presse hatte – noch vor der Weihe der Donau Sieben – ausführlich darüber berichtet; ausführliche Spekulationen wurden zur Person des weihenden Bischofs angestellt, der damals noch nicht bekannt war; das Geheimnis um den Ort wurde aber gelüftet. Der Linzer Bischof Aichern erhob öffentlich den Vorwurf „schismatischen“ Handelns; Regelsberger selbst kam in der Presse ebensowenig zu Wort wie seine Position zum Frauenpriestertum.

Werdegang Regelsbergers

Regelsberger wurde am 10.4.1934 in Viechtwang in Oberösterreich geboren. Er besuchte mit 11 Jahren das Stiftsgymnasium des Benediktinerklosters Kremsmünster und macht dort die Matura (Abitur). Danach wurde er dort Mönch, studierte in Salzburg und Rom und wurde 1958 zum Priester geweiht. Nach einigen Jahren in der Pfarrseelsorge folgte er 1969 seiner Berufung als Missionar nach Brasilien. Er kehrte nach 3 Jahren nach Österreich zurück, verliess später den Orden und wurde 1977 laisiert. Nach einem Psychologiestudium heiratete er eine ehemalige Ordensschwester, aber die Ehe blieb kinderlos und hatte nur 12 Jahre Bestand.

1995 engagierte sich beim Kirchenvolksbegehren und schloss sich damit der Forderung nach der Einführung der Frauenweihe an. Bis zum Eintritt in den Ruhestand arbeite er als katholischer Religionslehrer an den Berufsschulen in Attnang und Wels. Interessant ist: Seine aktive Unterstützung der Frauenweihe-Bewegung durch die kirchenrechtlich unerlaubte eigene Bischofsweihe und die Weihe der Donau Sieben 2002 wird in seiner ansonsten detaillierten Todesanzeige nicht erwähnt.

Todesanzeige Bestattungsinstitut Norbert Feichtinger, Scharnstein/Viechtwang, Oberösterreich, Oktober 2025
Wirksamkeit der Bischofsweihe

Entscheidend für die Wirksamkeit (Gültigkeit) der Bischofsweihe ist die Identität des Weihespenders. Handelte es sich tatsächlich um einen Bischof, der in der apostolischen Sukzession steht – und davon geht man kirchlicherseits offenbar aus – dann wurde am 9.6.2002 aller Wahrscheinlichkeit nach eine unerlaubte, aber gültige Bischofsweihe vollzogen (valide, sed illicite).

Wie beispielsweise im bekannten Fall von Bischof Lefebvre (Piusbrüder) würde dann Canon 1387 des Kirchenrechts zum Tragen kommen. Demgemäss hat das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Linz im Juni-Diözesanblatt 2002 offiziell unter der Rubrik „Exkommunikation“ informiert: „Nach dem Kirchenrecht zieht sich sowohl der Bischof, der jemand ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, sowie der von ihm Geweihte nach Canon 1382 (heute: 1387) die von selbst eintretende Strafe der Exkommunikation zu, deren Lösung dem Heiligen Stuhl vorbehalten ist. Jedem Exkommunizierten ist vom Kirchenrecht her untersagt, irgendeinen Dienst bei der Eucharistie oder bei einem anderen Gottesdienst zu übernehmen, Sakramente zu spenden oder Sakramente zu empfangen (can. 1331 § 1 CIC). Priesterliche oder bischöfliche Funktionen durch Herrn Regelsberger sind daher nicht gestattet.“

„Warum ich Frauen weihe“

Regelsbergers Weg in den Benediktinerorden war im katholischen geprägten Oberösterreich durch den Besuch des strengen benediktinischen Stiftsgymnasiums vorgezeichnet. So wurde er „trotz aller Zweifel“ zum Priester geweiht. Das Amt führte er mit Freuden und Erfolg aus, wie er selbst sagte, und mit kleinen und grösseren Rebellionen, die für ihn dazu gehörten. Es folgte der priesterliche Burnout nach seiner Rückkehr von der brasilianischen Mission sowie Unzufriedenheit mit autoritären Führungsstrukturen in Orden und Kirche. Sein gegen den Orden durchgesetztes Psychologiestudium führte zusammen mit einer Midlife Crisis letztlich zum Ordensaustritt und zur religiösen Neuorienierung.

Darüber berichtet Regelsberger in seinem Beitrag zum Buch „Wir sind Priesterinnen“, das 2002 vom Patmos-Verlag zur Weihe der Donau Sieben veröffentlicht wurde (Hg. Werner Ertel und Gisela Forster). Gegen eine Passage des Buches erwirkte das Erzbischöfliche Ordinariat der Erzdiözese von München und Freising am 26. Juli 2002 beim Landgericht München 1 eine Einstweilige Verfügung; sie verbat die Behauptung, „Ende Juni 2002 seien Frauen von römisch-katholischen Bischöfen zu Priesterinnen geweiht worden“. Die verbleibende Auflage des Buches wurde daraufhin vernichtet.

Titelblatt des Buches zur Weihe der Donau Sieben, Patmos-Verlag 2002

Im Buch äussert sich Regelsberger über seine Beweggründe zum Ungehorsam: „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Die weibliche Seite Gottes muss im 3. Jahrtausend auch in den Frauen sichtbar gemacht werden. Es ist traurig, dass wir „contra legem“ zum Handeln gezwungen sind; das Gesetz der Liebe verpflichtet mich aber dazu. Denn Gerechtigkeit kann nur hergestellt werden, wenn auch in der römisch-katholischen Kirche diese Form der Diskriminierung der Frauen beendet wird… ER beruft in seinen Dienst, wen ER will.“

Ausblick

Die Exkommunikation Regelsbergers und die Distanzierung der Ordensoberen und vieler Kirchenvertreter waren für ihn schmerzlich. Aber die Distanzierung der Amtskirche hat ihn nicht davon abgehalten, seiner Berufung als Seelsorger bis zuletzt nachzugehen und anderen Menschen zu helfen. Eine Priesterin der Donau Sieben resumiert:

„Rafael war eine Seele von Mensch und einer unserer größten Unterstützer“

Mittlerweile ist die androzentrisch und frauenfeindlich fundierte Macht der Kirche längst gebrochen:

  • Ungerechte Exkommunikationen laufen ins Leere und werden kaum noch beachtet: Auch Regelsberger wurde regelmäßig verbotswidrig die heilige Kommunion gespendet; am 13.10.2025 erhielt er eine kirchliche Beerdigung, bei der 4 Priester amtierten.
  • Etwa 300 Frauen wurden bisher entgegen dem Kirchenrecht zu römisch-katholischen Priesterinnen geweiht. Die Mitwirkung von Männern – mit der Folge ihrer Exkommunikation – ist bei Frauenweihen nicht mehr erforderlich. 20 Jahre nach der Weihe der Donau Sieben geben die Frauen die Priesterweihe mittlerweile selbst weiter, wie beispielsweise auf dem Tiber während der Weltsynode in Rom.
  • Etwa 20 Bischöfinnen wurden geweiht, um diejenigen Frauen zu Priesterinnen zu weihen, die sich berufen sehen (namentlich hier aufgeführt) – zuletzt die Spanierin Christina Moreira.

Männer wie Regelsberger sind aber für eine diskriminierungsfreie Zukunft der Kirche entscheidend. Nur wenn sich auch männliche Priester und Bischöfe zur Frauenweihe offen bekennen und gegen das Kirchenrecht handeln, wird es eine gerechte Kirche geben. Aus der Kirchengeschichte wissen wir: Ohne solchen Druck gibt es keine Veränderung in der katholischen Kirche. In diesem Sinn war Bischof Rafael Regelsberger ein mutiges Vorbild. Möge er viele ebenso mutige Nachfolger finden.

Ergänzend zu den bereits veröffentlichten Bildern von der Bischöfinnen-Weihe in Compostela am 24.6.2025 folgen hier einige Bilder der Weihe-Zeremonie selbst:

Kirche in Compostela
Niederwerfung (Prostration) der Weihe-Kandidatin
Weihe durch Handauflegen
Handauflegen durch die anderen Bischöfinnen
Salbung der Geweihten
Präsentation der Geweihten
Unterzeichnung der Weihe-Dokumente

PRESSEERKLÄRUNG: deutschenglisch

Die internationale Vereinigung römisch-katholischer Priesterinnen (ARCWP) hat zusammen mit der christlichen Gemeinschaft Home Novo am 24. Juni 2025 die römisch-katholische Priesterin Christina Moreira Vázquez in Compostela (Spanien) zur Bischöfin geweiht.

Die ARCWP, der Moreira bereits als Priesterin angehörte, hat bereits mehrere Bischöfinnen in apostolischer Sukzession geweiht. Dazu gehören auch die drei Bischöfinnen, die jetzt die Weihe vorgenommen haben: Bridget Mary Meehan (USA), Gisela Forster (Deutschland) und Christine Mayr-Lumetzberger (Österreich).

Apostolische Sukzession ist der Glaube, dass Bischöfe Nachfolger der Apostel sind; sie wird durch die Bischofsweihe weitergegeben. Dabei übertragen drei Bischöfe durch Handauflegung und Gebet einem neuen Bischof das apostolische Amt und die zu dessen Ausübung erforderlichen Befugnisse. So wird die ununterbrochene Kontinuität der Mission der Kirche von den Aposteln bis zum heutigen Tag gewährleistet.

Die Weihe (Ordination) ist eines der sieben Sakramente und verleiht der geweihten Person nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche ein unauslöschliches Prägemal. Sie ist daher auch dann wirksam und gültig, wenn sie kirchenrechtlich ausgeschlossen ist (valide, sed illicite). In der katholischen Kirche ist auch heute noch die Weihe ausgeschlossen, wenn die geweihte Person nicht männlichen Geschlechts ist (CIC canon 1014).

Das Ziel dieser Weihe ist, die apostolische Nachfolge im Rahmen einer zirkulären und inklusiven Kirche weiterzugeben, um Frauen begleiten und weihen zu können, die berufen sind, offenen Gemeinschaften zu dienen, in denen alle Menschen willkommen sind.

Dr. Bridget Mary Meehan, ARCWP
Dr. Gisela Forster, ARCWP

BILDER:

Bilder zur Weihe-Zeremonie selbst sind HIER. Weitere Bilder und Videos finden sich HIER.

Die weihenden Bischöfinnen und die neu geweihte Bischöfin Christina Moreira (2. v. r) 
Feier der heiligen Kommunion (Eucharestie) nach der Weihe – 1
Feier der heiligen Kommunion (Eucharestie) nach der Weihe – 2
Bischöfin Christina Moreira mit Bischofsstab 

DIE VEREINIGUNG RÖMISCH-KATHOLISCHER PRIESTERINNEN (ARCWP) UND DIE CHRISTLICHE GEMEINSCHAFT HOME NOVO WIRD CHRISTINA MOREIRA VÁZQUEZ AM 24. JUNI 2025 IN COMPOSTELA (SPANIEN) ZUR KATHOLISCHEN BISCHÖFIN WEIHEN.

Christina Moreira (5. v.l.) unter anderen ordinierten Frauen, Rom, Tiber, 17.10.2024

„Die Vereinigung römisch-katholischer Priesterinnen (ARCWP) und die christliche Gemeinschaft ‚Home Novo‘ laden alle zur Weihe von Christina Moreira Vázquez zur Bischöfin ein.“ So lautet der Wortlaut der Einladung, die derzeit in Umlauf gebracht wird und ein (zumindest in Spanien) einzigartiges Ereignis ankündigt: die Weihe einer Frau zur Bischöfin.

Denn die Vereinigung, der Moreira als Priesterin angehört, hat bereits mehrere ausländische Bischöfe mit apostolischer Sukzession geweiht, darunter die drei, die diese an die spanische Bischöfin weitergeben werden: Bridget Mary Meehan, Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger.

Apostolische Sukzession ist der Glaube, dass Bischöfe Nachfolger der Apostel sind und durch die Bischofsweihe Autorität und Gnade empfangen. Die apostolische Sukzession wird daher durch die Bischofsweihe weitergegeben, bei der ein bereits geweihtes Mitglied (in diesem Fall drei Bischöfinnen) durch Handauflegung und Gebet einem neuen Bischof das apostolische Amt und die zu dessen Ausübung erforderlichen Befugnisse überträgt und so die ununterbrochene Kontinuität der Mission der Kirche von den Aposteln bis zum heutigen Tag gewährleistet.

Die drei Bischöfinnen der ARCWP wurden gültig geweiht, und nun werden sie dasselbe mit Christina Moreira tun. Das Ziel dieser Weihe ist, wie in der Einladung zu der Veranstaltung erklärt wird, „die apostolische Nachfolge im Rahmen einer zirkulären und inklusiven Kirche weiterzugeben, damit diese wiederum Frauen begleiten und weihen kann, die berufen sind, offenen Gemeinschaften zu dienen, in denen alle Menschen willkommen sind“.

Die Bischofsweihe findet am 24. Juni um 16:00 Uhr an einem nicht näher bezeichneten Ort statt. „In der Nähe von Compostela“ ist alles, was in der Einladung steht. Der Ort wird geheim gehalten, um die Anwesenheit potenzieller Personen zu vermeiden, die aus ideologischen oder anderen Gründen versuchen könnten, die Veranstaltung zu stören.

Um daran teilnehmen zu können, ist es daher unerlässlich, sich bei Christina Moreira, luz.galilea2025@gmail.com, anzumelden. Anschließend werden die Teilnehmer über das genaue Datum der Feier informiert. Die Weihe von Bischöfinnen in Spanien muss weiterhin im Verborgenen stattfinden. Bis wann?

Dr. Bridget Mary Meehan, ARCWP

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Quelle: Bridget Marys Blogspot, 28.5.2025

Deutscher Kontakt:

  • Dr. Gisela Forster, dr.gisela.forster@forestfactory.de
  • Dr. Stephan Rohn, stephan.rohn@web.de

Links:

Nachtrag Presseecho:


THE ASSOCIATION OF ROMAN CATHOLIC WOMEN PRIESTS (ARCWP) AND THE HOME NOVO CHRISTIAN COMMUNITY WILL ORDAIN CHRISTINA MOREIRA VÁZQUEZ AS A CATHOLIC BISHOP ON 24 JUNE 2025 IN COMPOSTELA (SPAIN).

Christina Moreira between other ordained Women, Rome, River Tiber, 17.10.2024

„The Association of Roman Catholic Women Priests (ARCWP) and the Christian Community ‚Home Novo‘ invite everyone to the ordination of Christina Moreira Vázquez as bishop .“ This is the wording of the invitation that is beginning to circulate, announcing a unique event (at least in Spain): the consecration of a woman as a bishop.

Because the association to which Moreira belongs as a priest already has several foreign bishops ordained with apostolic succession, including the three who will transmit it to the Spanish bishop: Bridget Mary Meehan, Gisela Forster, and Christine Mayr-Lumetzberger.

Apostolic succession  is the belief that bishops are successors of the apostles, receiving authority and grace through episcopal ordination. Apostolic succession is transmitted, therefore, through episcopal ordination, where an already ordained bishop (in this case, three female bishops), through the laying on of hands and prayer, transmits to a new bishop the apostolic ministry and the powers necessary for its fulfillment, thus ensuring the uninterrupted continuity of the Church’s mission from the apostles to the present day.

The three ARCWP bishops were validly ordained, and now they will do the same with Christina Moreira . The objective of this ordination, as explained in the invitation to the event, is  „to transmit apostolic
succession within the framework of a circular and inclusive Church, so that it may, in turn, accompany and ordain women called to serve open communities where all people are welcome.“

The episcopal ordination will take place on June 24th, at 4:00 PM, at an unspecified location . „Near Compostela“ is all that the invitation says. The location is being kept secret to avoid the presence of potential individuals who, for their ideological or other reasons, might try to disrupt the event.

Therefore, to be able to attend it is essential to register by Christina Moreira, luz.galilea2025@gmail.com. And then, they will be informed of the exact date of the celebration.“  The ordination of female bishops in Spain must remain clandestine. Until when?

Dr. Bridget Mary Meehan, ARCWP

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Source: Bridget Marys Blogspot, 28.5.2025

German Contact:

  • Dr. Gisela Forster, dr.gisela.forster@forestfactory.de
  • Dr. Stephan Rohn, stephan.rohn@web.de

Links:

Wer zum Weltfrauentag 2025 am 8. März über die Frauen in der katholischen Kirche nachdenkt oder nachliest, stellt fest: Es hat sich (fast) nichts geändert. Wir drehen uns seit 60 Jahren im Kreis.

Auf den Punkt gebracht hat dies ausgerechnet ein Ratzinger-Schüler, der Regensburger Theologe Wolfgang Beinert. Er sieht keinen hinreichenden theologischen Grund gegen eine Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche. Auch das oft zitierte Papstschreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ Johannes Pauls II. von 1994 habe nur die Geltungskraft einer Mitteilung, sagte Beinert (Rheinische Post, 23.1.2024).

Maria als Priesterin, Gross-Mosaik in der Altarapsis, Sophien-Kathedrale, Kiew

Alle Argumente darin seien, „um es vorsichtig zu sagen, schwach und stehen auf sehr tönernen Füßen“. Von der großen Mehrzahl ernstzunehmender Theologen würden sie darum auch nicht akzeptiert, sagte Beinert. Der einzige Grund für die Verweigerung einer Priesterinnenweihe sei die Tradition. Tradition sei aber nicht gottgegeben, sondern von Menschen gemacht.

Aber Menschen können irren. So ergibt sich leicht eine Tradition im Irrtum. „Entweder die Kirche bleibt dort, wo sie jetzt ist (im Irrtum); dann wird sie zumindest auf der nördlichen Halbkugel zu einer großen Sekte verkümmern. Oder sie geht den Weg der Reformen; dann kann ihre wunderbare Botschaft wieder aufblühen.“

Was aber tun, wenn Argumente allein nicht helfen? Es bleibt dann nur das Mittel des Ungehorsams und der Selbstermächtigung. Getreu dem Wort „Ungehorsam ist die erste Christenpflicht“. Oder biblisch ausgedrückt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Das kann man mit gutem Gewissen tun.

Frauenweihe.Jetzt. unterstützt den weltweiten Frauenstreik des Catholic Womens Council (CWC). Zusammen mit Maria 2.0 und Wir sind Kirche Deutschland findet dazu am Sonntag 30.3.2025 um 11.00h in Köln vor dem Hauptbahnhof am Dom ein interreligiöses Gebet statt. Dazu laden wir herzlich ein!

Auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Hauptbahnhof setzen wir ein Zeichen! Frauen aus der kath. Kirche, aber auch Frauen weltweit, werden von Ihren Entwürdigungen und Ermächtigungen berichten, wir werden im stillen Gedenken an die Opfer erinnern. Wir werden Brot miteinander teilen und uns mit dem Brot, das wir schmieren, stärken und ermutigen, nicht zu schweigen, sondern weiter zu fordern und zu handeln.

Wir laden nicht nur Frauen aus der kath. Kirche ein, sondern Frauen aller Religionen. Unserer Überzeugung nach hat die Ausgrenzung von Frauen durch die kath. Kirche auch Konsequenzen auf den Unfrieden in der Welt.

Würde die kath. Kirche den Frauen vollkommene Gleichberechtigung gewähren, hätte dies weltweit spürbare Konsequenzen, die auch zum Frieden in der Welt beitragen würden.

Solidarisieren sie sich mit uns, kommen sie am Sonntag, 30.3.2025, anstatt in die Hl. Messe zu gehen, zum Frauenstreik auf den Bahnhofsvorplatz in Köln.

Das Heilige Jahr 2025 hat begonnen. Aber immer noch gibt es Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Diskriminierung in der katholischen Kirche, nicht nur gegenüber Frauen.

Dagegen wendet sich diese Petition von We Are Church International und Catholic Women’s Council (deutsche Übersetzung hier bei Wir sind Kirche):

zur Petition